Die Autorin Petra Hartmann über ihre Inspiration für unsere historische Neuerscheinung „Freihheitsschwingen“

Das wollte ich schon immer tun … „Freiheitsschwingen“ ist eine Geschichte, die ich schon seit fast 30 Jahren mit mir herumtrage. Jetzt erscheint sie im Verlag PersonalNOVEL und ich bin gespannt darauf, wie ihr das Buch findet.

Freiheitsschwingen“ ist ein historischer Roman aus der Epoche des Vormärz, also der Zeit zwischen dem Hambacher Fest 1832 und der Märzrevolution 1848. Die Ideale von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit beflügelten die Demokraten, Fürstenherrschaft und Willkür sollten weichen, ein frei gewähltes deutsches Parlament, Wahlrecht und Rechtssicherheit für alle, vielleicht sogar für die Frauen: Das waren die Ideen, die damals die Bürger in den fast vierzig deutschen Staaten bewegten, von den großen Monarchien Preußen und Österreich bis hin zum kleinsten Zwergstaat, den man mit der Postkutsche in weniger als einer halben Stunde durchqueren konnte. Mittendrin: meine Heldin, Tochter eines reaktionären Fürstendieners und begeistert für die Revolution.

Eine junge Frau versucht, eine politische Zeitung zu gründen. Kein leichtes Unterfangen in einer Zeit, in der niemand etwas drucken darf, das nicht zuvor von der Zensurbehörde den Genehmigungsstempel erhalten hat. Verbotene Ideen von Freiheit, Demokratie, Emanzipation – und dann noch eine Frau als Herausgeberin? Welcher Zensor würde da die Druckerlaubnis geben? Nach und nach lernt sie die geheimen Mechanismen des Ideenschmuggels und die Gesetzeslücken in den Zensurvorschriften kennen. Aber wer aufrührerische Flugblätter drucken will, der lebt gefährlich, und die Geheimpolizei ist nicht auf den Kopf gefallen.

Mit „Freiheitsschwingen“ habe ich mir nun meinen lang gehegten Wunsch erfüllt – einmal einen Roman über das Junge Deutschland und die Literatur der 1830er Jahre zu schreiben. Der Kampf gegen die Zensurbehörden, dazu Heinrich Heines tänzerische Prosa, Salons, Postkutschen, das Spitzelwesen, die Aufbruchsstimmung des Hambacher Festes, das schockierende Berufsverbot von 1835 gegen fünf kritische Schriftsteller und Journalisten, die ein wenig zu laut nach Freiheit geschrien hatten … Eine faszinierende Zeit und eine faszinierende Literatur.

Einige der historischen Gestalten, die im Buch vorkommen, haben mich durch mein Studium begleitet, vor allem der jungdeutsche Autor Theodor Mundt, über den ich meine Doktorarbeit geschrieben habe. In jener Zeit lebte ich beinahe nur in den 1830ern, in den Romanen Karl Gutzkows und den kämpferischen Vorlesungen Ludolf Wienbargs, in Wilhelm von Humboldts philosophischen Schriften und den Reden der Hambacher. Mit Heinrich Heine hatte ich mich schon in meiner Schulzeit angefreundet, seitdem hat er mich nicht wieder losgelassen.

„Da musstest du wohl sehr viel recherchieren?“ Diese Frage hören Verfasser historischer Romane ziemlich oft. Musste ich wirklich recherchieren? Eigentlich nicht, möchte ich sagen. Ich kannte das ja alles schon. Oder doch. Eigentlich ist das vorliegende Buch das Ergebnis einer knapp dreißigjährigen Recherche. Die Kunst war am Ende nicht, Informationen zu suchen, sondern schlicht und ergreifend auszuwählen und sehr viel wegzulassen. Ich hätte gut und gerne die dreifache Menge schreiben können über diese Zeit. Zum Glück hat mich das Lektorat gebremst. 300.000 Zeichen sind auch wahrlich genug für einen spannenden Roman. 😉

Link zur Homepage der Autorin:

http://www.petrahartmann.de/

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